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Ein warmer Wind
© Patricia Koelle

Flüstern schleicht durch greisen Schnee
leises Gluckern spielt darunter
und wenn ich das richtig seh
werden junge Triebe munter.

Aus Erde schiebt manch kecke Spitze
verschlafen krabbeln brummig Fliegen
an Zweigen sprießt zartgrüne Litze
es scheint Tauwetter zu obsiegen.

Es kommt der Morgen nun schon schneller
in uns die dunkle Sehnsucht weicht
in allem Denken wird es heller
und schwere Schritte wieder leicht.

Ich bin erneut ein Jahr gereift
doch wenn ich einen Krokus finde
der Spatz verliebt vom Dache pfeift
werde flugs ich neu zum Kinde.

Alles scheint nun wieder möglich
alles zieht mich in den Bann
alles macht mich einfach glücklich
dass ich noch immer hier sein kann.

Nun fasse wieder ich das Ruder
wird jede Wolke mein Gefährte
Jeder Baum mein großer Bruder
Der mich Unvergessnes lehrte:

Fegt ein kalter Sturm von Ost
lass dich davon nicht ermüden
Hoffnung birgt doch jeder Frost
einmal dreht der Wind auf Süden.

***